Chartanalyse Weizen & Co.

Aktuell

Fonds weniger pessimistisch bei Matif-Weizen                                                             4. Mai 2018

(CEREALS VALUE). Die Fonds an der Matif haben zuletzt eine Netto-Short-Position bei den Weizenfutures gehalten, sie "wetteten" also unter dem Strich auf sinkende Kurse. Das geht aus dem Commitment of Traders (COT)-Report hervor, den die Börse vorgestern zum zweiten Mal veröffentlicht hat. Demnach hielten sie am 27. April insgesamt 11.866 Long-Positionen und 14.274 Short-Positionen, also per Saldo 2.408 Short-Positionen.

Allerdings waren diese professionellen Anleger weniger pessimistisch als sieben Tage zuvor. So stockten sie ihre Long-Positionen im Vergleich zur Vorwoche um 2.182 auf; gleichzeitig wurde die Short-Seite aber nur um 1.837 Kontrakte ausgebaut. Der Kursverlauf gab den Fonds recht: Der Weizenkontrakt mit Fälligkeit im Dezember 2017 ging heute für 178,50 Euro/t aus dem Handel; das waren 5,50 Euro/t mehr als der Eröffnungskurs vom 27. April.

Die Matif veröffentlicht seit Anfang Mai auch regelmäßig die COT-Reports für die Futures auf Mais, Raps und Rapsschrot. Dabei werden neben den Positionen der Fonds auch die Investments anderer Marktakteure ausgewiesen, darunter von Agribusinessunternehmen, die gleichzeitig mit den betreffenden Agrarprodukten handeln. Analysen der COT-Reports bietet CEREALS VALUE im Premium Bereich.  

Analysten erwarten steigendes Risiko für Südzucker                                                        24. Juli 2017

(CEREALS VALUE). Obwohl die Südzucker AG in ihrem jüngsten Quartalsbericht 2017/18 durchaus positive Ergebnisse vorgelegt hat, warnt die Mehrheit der Analysten die Aktionäre nun vor einem steigenden Investmentrisiko. So bieten sich laut DZ Bank zwar einerseits neue Chancen durch das Ende der Exportbeschränkungen im Rahmen der im September auslaufenden EU-Zuckermarktordnung. Auf der anderen Seite aber steige die Unsicherheit durch die voraussichtlich höhere Volatilität des Zuckerpreises. Damit im Einklang weist die Privatbank Berenberg darauf hin, dass das Zuckerpreisumfeld ab Oktober 2017 zur Vorsicht mahne. Dem Analysehaus Warburg Research zufolge dürfte die Profitabilität im Zuckersegment ab dem zweiten Geschäftshalbjahr 2017/18, das im September beginnt, geringer ausfallen als bislang erwartet. Die US-Investmentbank Goldman Sachs machte darauf aufmerksam, dass die Aussagen des Südzucker-Managements den ungewissen Ausblick auf den Zuckermarkt unterstrichen. Die aktuellen Kursziele der Analysten liegen zwischen 17 Euro und 21,50 Euro je Anteil.

Unterdessen geht die Südzucker AG für das laufende Geschäftsjahr von einem Konzernumsatz zwischen 6,7 Mrd Euro und 7,0 Mrd Euro aus, nach fast 6,5 Mio Euro in der Saison 2016/17. Die Unternehmensführung prognostiziert in den Segmenten Zucker und Frucht einen moderaten und für das Segment Spezialitäten einen leichten Umsatzanstieg. Der Konzern erzielte im vergangenen Geschäftsjahr gut zwei Fünftel ihres Erlöses und damit den größten Teil des Gesamtumsatzes im Zuckersegment.

Die Entwicklungsrichtung des Südzucker-Aktienkurses war zumindest in den vergangenen Monaten in hohem Maße vom Trend des Zuckerpreises abhängig. So erreichten die Kurse der Unternehmensanteile und des an der New Yorker Terminbörse gehandelten Rohzuckerfutures „Nummer elf“ mit Fälligkeit im März 2018 im Februar des laufenden Jahres ein Jahreshoch. In den Folgemonaten ging es für beide Papiere abwärts. Am 24. Juli waren für eine Südzucker-Aktie im XETRA-Handel etwa 17,55 Euro anzulegen; das war gegenüber dem Jahreshoch ein Minus von 30 %. Gleichzeitig gab der Zuckerfuture um 24 % auf rund 0,15 US-$/lb nach.

Eine kräftige Erholung des Rohzuckerpreises und damit positive Impulse für die Ergebnisse der Südzucker im laufenden Wirtschaftsjahr sind mit Blick auf die Positionierung der Marktakteure an den US-Terminmärkten für Zucker nicht auszuschließen. So erreichten die Netto-Short-Positionen der Fonds - also der Umfang ihrer „Wetten“ auf weiter sinkende Zuckerpreise - ein Mehrjahreshoch. Gleichzeitig waren die Hedger so optimistisch wie selten zuvor. In der Vergangenheit waren ähnlich extreme Konstellationen häufig der Ausgangspunkt für eine kräftige Kursrallye.