Chartanalyse Weizen & Co.

Aktuell

Analysten erwarten steigendes Risiko für Südzucker                                                        24. Juli 2017

(CEREALS VALUE). Obwohl die Südzucker AG in ihrem jüngsten Quartalsbericht 2017/18 durchaus positive Ergebnisse vorgelegt hat, warnt die Mehrheit der Analysten die Aktionäre nun vor einem steigenden Investmentrisiko. So bieten sich laut DZ Bank zwar einerseits neue Chancen durch das Ende der Exportbeschränkungen im Rahmen der im September auslaufenden EU-Zuckermarktordnung. Auf der anderen Seite aber steige die Unsicherheit durch die voraussichtlich höhere Volatilität des Zuckerpreises. Damit im Einklang weist die Privatbank Berenberg darauf hin, dass das Zuckerpreisumfeld ab Oktober 2017 zur Vorsicht mahne. Dem Analysehaus Warburg Research zufolge dürfte die Profitabilität im Zuckersegment ab dem zweiten Geschäftshalbjahr 2017/18, das im September beginnt, geringer ausfallen als bislang erwartet. Die US-Investmentbank Goldman Sachs machte darauf aufmerksam, dass die Aussagen des Südzucker-Managements den ungewissen Ausblick auf den Zuckermarkt unterstrichen. Die aktuellen Kursziele der Analysten liegen zwischen 17 Euro und 21,50 Euro je Anteil.

Unterdessen geht die Südzucker AG für das laufende Geschäftsjahr von einem Konzernumsatz zwischen 6,7 Mrd Euro und 7,0 Mrd Euro aus, nach fast 6,5 Mio Euro in der Saison 2016/17. Die Unternehmensführung prognostiziert in den Segmenten Zucker und Frucht einen moderaten und für das Segment Spezialitäten einen leichten Umsatzanstieg. Der Konzern erzielte im vergangenen Geschäftsjahr gut zwei Fünftel ihres Erlöses und damit den größten Teil des Gesamtumsatzes im Zuckersegment.

Die Entwicklungsrichtung des Südzucker-Aktienkurses war zumindest in den vergangenen Monaten in hohem Maße vom Trend des Zuckerpreises abhängig. So erreichten die Kurse der Unternehmensanteile und des an der New Yorker Terminbörse gehandelten Rohzuckerfutures „Nummer elf“ mit Fälligkeit im März 2018 im Februar des laufenden Jahres ein Jahreshoch. In den Folgemonaten ging es für beide Papiere abwärts. Am 24. Juli waren für eine Südzucker-Aktie im XETRA-Handel etwa 17,55 Euro anzulegen; das war gegenüber dem Jahreshoch ein Minus von 30 %. Gleichzeitig gab der Zuckerfuture um 24 % auf rund 0,15 US-$/lb nach.

Eine kräftige Erholung des Rohzuckerpreises und damit positive Impulse für die Ergebnisse der Südzucker im laufenden Wirtschaftsjahr sind mit Blick auf die Positionierung der Marktakteure an den US-Terminmärkten für Zucker durchaus nicht auszuschließen. So erreichten die Netto-Short-Positionen der Fonds - also der Umfang ihrer „Wetten“ auf weiter sinkende Zuckerpreise - ein Mehrjahreshoch. Gleichzeitig waren die Hedger so optimistisch wie selten zuvor. In der Vergangenheit waren ähnlich extreme Konstellationen häufig der Ausgangspunkt für eine kräftige Kursrallye.

Commercials rechnen mit Erholung von Chicago-Weizen                                         12. August 2016

(CEREALS VALUE). Der Matif-Weizen könnte bald Rückenwind von der Chicagoer Terminbörse bekommen, wenn die dortigen Commercials richtig liegen. Diese Marktakteure, die im Gegensatz zu den Fonds aktiv und in großem Umfang mit physischem Weizen handeln, haben ihre Netto-Long-Position nämlich beim betreffenden Dezember-Future in den vergangenen Wochen weiter ausgebaut, rechnen also verstärkt mit steigenden Preisen. In den vergangen Tagen verzeichnete die Chicagoer Börse zudem ein kräftiges Plus für das Handelsvolumen bei diesem Kontrakt, was in Verbindung mit dem gleichzeitig steigenden Open Interest und der freundlichen Preisentwicklung auf einen recht bullisch gestimmten Markt hindeutet.

Dagegen registrierte die Terminbörse Matif für ihren Dezemberweizen in der zweiten Julihälfte eine deutliche Kurskorrektur in Südrichtung. Diese ging allerdings mit einem kräftigen Rückgang des Handelsvolumens und der offenen Positionen einher. Diese Entwicklung deutet ebenfalls auf eine Preisstabilisierung hin.

Die nächsten Marktimpulse werden vom Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) erwartet, der heute Abend veröffentlicht werden soll.

Kaufsignal für Matif-Novemberfuture auf Raps                                                                   18. Juli 2016

(CEREALS VALUE). Für dem Matif-Future auf Raps mit Fälligkeit im November 2016 ist am Mittwoch vergangener Woche (14.7.) ein Handelssignal ausgelöst worden, denn die rote Begrenzungslinie des kurzfristigen Abwärtstrends wurde nach oben durchbrochen (s. Abb.). Zuvor war der Kurs von der grünen Trendlinie des mittelfristigen Aufwärtstrends nach oben abgeprallt, der damit bestätigt wurde. Bei
370 Euro/t liegt ein Widerstand. An dieser Linie wurde die aktuelle Aufwärtsbewegung am vergangenen Donnerstag gestoppt. Am Freitag ging der Future für 363,25 Euro/t aus dem Handel.

Für Verkäufer wird aus heutiger Sicht ein Handelssignal ausgelöst, wenn die aktuelle Aufwärtsbewegung endet. Zuletzt wurde Mitte Juni ein Verkaufsignal generiert.

Abb.: Raps-Future November 2016 an der Matif in Paris vom 15. Juli 2016 (Tageskerzen,; Chartsoftware: Barchart.com)


Dezemberfuture auf Matif-Weizen testet Widerstand bei 165 Euro                               11. Juli 2016

(CEREALS VALUE). Der Kurs des Matif-Futures auf Mahlweizen mit Fälligkeit im Dezember 2016 hat sich in der vergangenen Handelswoche ausgehend von etwa 156 Euro/t erholt und ging am vergangenen Freitag (8.7.) für 163,25 Euro/t aus dem Handel (s. Abb.). Der Widerstand bei etwa 165 Euro/t steht vor einem Test. Dort kann die jüngste Erholungsbewegung enden oder zumindest gebremst werden.

Der bereits im Juli 2015 gestartete mittelfristige Abwärtstrend unter der roten Linie ist allerdings weiterhin intakt. Für Käufer wird ein Handelssignal generiert, wenn ein neuer Aufwärtstrend entsteht. Für Verkäufer wurde - unabhängig von den individuellen Produktionskosten -zuletzt in der ersten Junihälfte ein Handelssignal ausgelöst.

Abb.: Mahlweizen-Future Dezember 2016 an der Pariser Matif vom 8. Juli 2016 (Tageskerzen; Chartsoftware: Barchart.com)

Schwacher Euro erleichtert EU-Weizenexporte                                                      8. September 2014


(CEREALS VALUE). Die Wechselkursentwicklung der vergangenen Wochen spielt den EU-Agrarexporteuren in die Hände und es ist davon auszugehen, dass der Devisenmarkt auch in den kommenden Monaten die Ausfuhren unterstützen wird. Seit Mai dieses Jahres bis in die erste Septemberhälfte hinein hat der Euro gegenüber dem US-Dollar spürbar an Wert verloren, und zwar um insgesamt 7,2 %. In der Folge hat sich die Wettbewerbsfähigkeit von in der US-Währung gehandelten EU-Agrarprodukten wie Weizen auf dem Weltmarkt verbessert, denn für Importeure in Drittländern hat sich die Ware verbilligt.

Zuletzt wurden die Kursverluste des Euro beschleunigt durch die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Geldpolitik in der Gemeinschaft weiter zu lockern. Um der aktuell äußerst niedrigen Inflationsrate entgegenzuwirken und die Wirtschaft anzukurbeln, senkte EZB-Präsident Mario Draghi in der ersten Septemberwoche den Leitzins überraschend von 0,15 % auf ein historisches Tief von jetzt 0,05 %. Die Devisenhändler reagierten sofort und verkauften den Euro, weil es dafür nun weniger Zinsen gibt. In der Folge rutschte der Kurs unter die Marke von 1,30 $ und zum Beginn der zweiten Septemberwoche wies die EZB einen Kurs von 1,29 $ aus.

Auch die Aktienmärkte reagierten heftig auf Draghis Maßnahmenpaket: Beispielsweise sprang der Aktienindex Euro Stoxx 50, der 50 große börsennotierte Unternehmen der Eurozone beinhaltet, am Tag der EZB-Ratsentscheidung um mehr als 2 % auf fast 3 280 Punkte, obwohl der September statistisch betrachtet der schwächste Börsenmonat ist. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass diese positive Stimmung von Dauer ist. Darauf deuten zumindest die Einschätzungen von zahlreichen professionellen Anlegern auf den internationalen Finanzmärkten hin. Eine Umfrage der Bank of America (BofA) unter rund 220 Fondsmanagern ergab im August, dass nur noch 13 % der Befragten Aktien von Unternehmen aus der Eurozone in ihren Portfolios übergewichtet hatten; das waren 22 Prozentpunkte weniger als einen Monat zuvor. Auch für die Zukunft äußerten sich die Profis zunehmend „bärisch“.

Eine weitere Schwächung dürfte der Euro erfahren, wenn die US-Notenbank (Fed) auf die positiven Konjunkturdaten im eigenen Land mit einer Leitzinserhöhung reagiert. Dann wird die Nachfrage nach dem Dollar anziehen und diesen gleichzeitig gegenüber dem Euro weiter aufwerten. Der BofA-Umfrage zufolge erwarteten im August 65 % der Fondsmanager eine US-Leitzinserhöhung für die erste Hälfte des kommenden Jahres. Außerdem sahen 40 % der Befragten den Euro als eine der am ehesten von Abwertung bedrohten Währungen. Dies war der höchste Prozentsatz der vergangenen zwei Jahre und gegenüber dem Vormonat ein Plus von 12 Prozentpunkten. Auch die EZB wird den Euro nach Ansicht von Analysten wahrscheinlich weiter schwächen. Immerhin hatte Draghi weitere unkonventionelle Maßnahmen für den Fall angekündigt, dass die Inflation auf lange Sicht weiterhin ein zu niedriges Niveau aufweise.

Die Kursverlaufsanalyse für das Währungspaar zeigt, dass auch aus charttechnischer Sicht eine weitere Abwertung des Euro anstehen könnte (s. Grafik): Im Mai durchbrach die Gemeinschaftswährung die grüne Aufwärtstrendlinie nach unten und bewegt sich seitdem unter der roten Abwärtstrendlinie in Südrichtung. Chartanalysten gehen davon aus, dass sich Trends eher fortsetzten, als dass sie enden. Die nächste charttechnische Unterstützung liegt bei etwa 1,22 $. Dort könnte der laufende Abwärtstrend gebremst oder sogar gestoppt werden.




Seit Mai 2014 folgt der Eurokurs gegenüber dem US-Dollar einem charttechnischen Abwertungstrend. (Quellen: www.cereals-value.de; Barchart.com)

Euro wertet kräftig auf                                                                                                         28. April 2014

(CEREALS VALUE) - Am globalen Devisenmarkt haben sich in den vergangenen Monaten bemerkenswerte Veränderungen ergeben, die sich spürbar auf den internationalen Agrarhandel und die Wettbewerbsfähigkeit des Agribusiness in der Europäischen Währungsunion auswirken dürften: Der Euro hat gegenüber Währungen wichtiger Agrarproduzenten in Drittländern deutlich aufgewertet (s. Grafik). So legte die Gemeinschaftswährung binnen Jahresfrist gegenüber der ukrainischen Hrywnja vor allem im Zuge der Krim-Krise um über 90 %. Die Aufwertung gegenüber dem argentinischen Peso beläuft sich mittlerweile auf fast 50 %. Ebenfalls prozentual zweistellig gewann der Euro auch gegenüber dem russischen Rubel und dem brasilianischen Real, und zwar um 28 % beziehungsweise 23 %.

Unter der Euro-Aufwertung leidet die Wettbewerbsfähigkeit von EU-Weizen gegenüber russischer und ukrainischer Ware, die deshalb auf dem Weltmarkt entsprechend günstiger zu haben ist. Andererseits verbilligen sich aus der Sicht der Europäischen Union die Importe wichtiger Agrarprodukte. Beispielsweise führt die Gemeinschaft aus Argentinien und Brasilien in nennenswertem Umfang Sojabohnen und -schrot für Futterzwecke ein, so dass die Kosten der tierischen Erzeugung in der EU tendenziell sinken.

Abb.: Der Euro hat gegenüber den Währungen wichtiger Agrrarproduzentenländer binnen Jahresfrist deutlich aufgewertet. (Quellen: www.cereals-value.de; Barchart.com)


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Langfristiger Aufwärtstrend der Agrarpreise auf dem Prüfstand                          12. August 2013

(CEREALS VALUE) - Die aktuelle charttechnische Situation dürfte viele Anleger zum Kauf von Fondsanteilen veranlassen, die den GSCI-Agrarindex abbilden (s. Abb.). Weil diese Fonds an den Warenterminbörsen dann entsprechende Future-Engagements auf der Long-Seite eingehen müssen, dürften die weltweiten Agrarpreise von dieser Seite in den kommenden Wochen gestützt werden.

Das Gegenteil tritt allerdings ein, wenn der Index deutlich unter die Aufwärtstrendlinie rutscht, etwa infolge üppiger Erntemeldungen. Dann werden sich zahlreiche Optimisten schließlich doch dem „Bärenlager“ anschließen und ihre Long-Positionen auflösen. Außerdem werden dann trendfolgende Hedgefonds auf das Ende des langfristigen Aufwärtstrends mit Engagements auf der Short-Seite reagieren - also "Wetten" auf weiter sinkende Kurse abschließen und Agrarfutures verkaufen. Der Preisdruck dürfte sich somit weiter verstärken.



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